Jaime Martín dirigiert Hensel, Mozart und Mendelssohn Bartholdy

Shownotes

Wer hat der Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy eigentlich ihren Namen gegeben? Was gibt es über eines der berühmtesten Andantes der Musikgeschichte zu erzählen und welche Besonderheiten hat die Ouvertüre? In dieser neuen Podcast-Episode hat Fia viele Informationen zu Hensels Ouvertüre C-Dur, Mozarts Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467 und Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 5 zusammengetragen. Die Werke hört ihr am 11.06.2026 um 20 Uhr im Konzerthaus Berlin. Viel Spaß beim Anhören!

11.06.2026 20 Uhr Konzerthaus

Fanny Hensel Ouvertüre C-Dur für Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467

Felix Mendelssohn Bartholdy Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 („Reformationssinfonie“)

Transkript anzeigen

00:00:01: Muss es sein?

00:00:03: Der Konzertpropcast des RSB mit Sophia Susanne Westenfelder.

00:00:07: Hallo, vier hier!

00:00:10: Wer hat der Reformations-Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartoldi eigentlich ihren Namen gegeben?

00:00:15: Der Komponist war's nicht, sondern die Komponentinnen, Pianisten und Dirigentin Fanny Hänsel, die übrigens auch die Schwester von Felix mendelssohn Bartoldy ist.

00:00:24: Ein Werk von ihr Die Overtüre in Cedur eröffnet das Konzern am... Elften Juni um zwanzig Uhr im großen Seil des Konzerthauses stattfindet.

00:00:32: Dazu gibt's noch mehr Zidur von Mozart und natürlich die Reformation Sinfonie.

00:00:50: Die Hänsel wurde achtzehnhundertfünf geboren, sie komponierte diese Overtüre achtzehnhundertzweiunddreißig und führte sie achtzehmhundertvierunddreißig selbst in den sogenannten Sonntagsmusiken auf.

00:01:02: Das war eine Konzertreihe, die Hänself über Jahre hinweg als Organisatorin, Dirigentin und Solisten leitete.

00:01:08: Diese Konzerte fanden gemeinsam mit Musikern des Königstädtischen Theaters im großen Gartensaal des Familienanwesens in Berlin Leitziger Straße drei statt, ein berühmtes Grundstück mit bewegter Geschichte.

00:01:22: Ihr hört eine langsame Einleitung.

00:01:24: Gespielt wird hier vom WDR-Sinfoniorchester unter Christian Marcellaro.

00:01:28: Die Streicher stellen eine fragend sehnsuchtsvolle Phrase auf und die Bläser antworten tröstend.

00:01:35: Diese Form, also eine langsamen Einleitung und danach dann ein schneller Sonatenhauptsatz ist komplett klassische Schule.

00:01:42: Haydn hat sie erfunden, Beethoven hat sie dramatisiert und Fanny Hänsel beherrscht sie perfekt!

00:01:47: Der Grundgedanke dieser Einleitungen besteht aus zwei Bausteinen – beide erzählen uns eine Geschichte.

00:01:54: Der erste Baustein ist ein punktierter Rhythmus der sich im Laufe der Einleiterung immer wieder verändert.

00:02:01: Er berichtet uns aus Frankreich, denn die berühmten barocken französischen Obertüren hatten immer einen langsam Anfangsteil der von Punktierung dominiert wurde.

00:02:09: Der zweite Teil des Motivs?

00:02:12: Und auch dieser Teil findet sich in der ganzen Overtüre ist ein fallendes Seufzermotiv – das kennt die Musikgeschichte seit Monteverdi!

00:02:19: Ein kleiner sinkender Schritt, wie so ein Seufzen klingt.

00:02:24: Fanny Hänsel schreibt es hinein und lässt die Einleitung trotzdem Konfurko enden mit Feuer.

00:02:33: Zehn Minuten, eine ergreifende Einleitung und ein Feuerwerk am Schuss.

00:02:37: Und dann sitzt man da und denkt, warum hört man das eigentlich nicht öfter?

00:02:43: Als nächstes Mozart!

00:02:48: Konzert Nummer einundzwanzig auch C-Dur und einen Beginn der sich auf zehn Spitzen anschleicht um dann doch relativ unvermittelt los zu marschieren.

00:02:57: Das hier ist ein Marschmotiv dass alle Bläser im Unisono spielen.

00:03:04: Ein einziger Ton kein harmonisches Wenn und Aber.

00:03:06: Dieser Eröffnungsgestuss war im Wiener Klavierkonzert bis dahin relativ ungewöhnlich und ergibt dem Konzert sein Charakter.

00:03:13: Festlich, straff mit Trompeten und Pauken.

00:03:16: Dann antworten die Geigen mit einer ganz anderen Geste sanft kantabel fast Schüchtern!

00:03:22: Und schon haben wir das dramaturgische Prinzip des ganzen Satzes – der Gegensatz zwischen den Martialischen und dem Nürrischen Mozart.

00:03:30: Das Konzert wurde am neunten März, siebzehnhundertfünfundachtzig fertiggestellt und am zehnten Herz ein Tag später Uhr aufgeführt.

00:03:37: Reichlich knappe Kiste.

00:03:39: Mozart spielte selbst Klavier.

00:03:41: Eine einzige Probe musste reichen und eine einzige Prober hat gereicht.

00:03:46: Sein Vater Leopold war zu Besuch in Wien und schrieb danach an seine Tochter Maria Anna.

00:03:52: Deinen Bruder spielt ein herrliches Konzern.

00:03:57: Dieses Andante ist eines der berühmtesten Stücke der Musikgeschichte.

00:04:08: Der Satz erlangte seine Popularität im zwanzigsten Jahrhundert, als der schwedische Film Elvira Madigan ihn als Soundtrack verwendete.

00:04:16: Seitdem heißt das Konzert bei manchen schlicht Das Elvire-Madigan-Konzept.

00:04:19: Mozart hätte das wahrscheinlich am Höselt.

00:04:21: und was macht diesen Satz so besonders?

00:04:24: Natürlich diese traumhafte Melodie!

00:04:26: Dazu kommt eine nahezu durchgehende Triolenbewegung in der Begleitung, immer drei gleichmäßige Achtelprotokten verbunden mit zarten Bezirkate des Streichers.

00:04:38: Es fließt einfach weiter unaufhaltsam wie eine Melodie ohne sichtnahes Ende.

00:04:52: Den Solo-Part spielt Jan Lisetski, fantastischer Pianist, born und mit fünfzehn Jahren unterschrieb er einen exklusiven Vertrag bei der deutschen Grammophon.

00:05:01: Warum erzähle ich das?

00:05:02: Sein allererstes Album für das Label waren Motsatzklavierkonzerte Nummer zwanzig und einundzwanzig.

00:05:08: Und genau diese Aufnahme haben wir eben auch in den Beispielen gehört.

00:05:12: Das Orchester war das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, und es dirigierte Christian Zacharias – und jetzt zu Felix!

00:05:20: Und zu einer Sinfonies die er hasste... Die Reformationssinfonie kann ich gar nicht mehr ausstehen, möchte sie lieber verbrennen als irgendeines meiner Werke soll niemals herauskommen.

00:06:20: Hat ja gut geklappt!

00:06:21: Das schrieb Mendelsohn in den letzten Jahren an seinen Freund Julius Rietz.

00:06:26: Uhr aufgeführt hatte er das Werk in Berlin selbst und zu Lebzeiten wurde es nur ein weiteres Mal gespielt.

00:06:33: Gedruckt wurde es erst in den vergangenen Jahren von der Zeit bis zum nächsten Jahr.

00:06:38: Weil ein Komponist eben manchmal falsch liegt, wenn er seine eigenen Werke beurteilt.

00:06:43: Den Namen Reformation-Symphonie gab ihm wie gesagt Fanny die ältere Schwester, die den Arm der Eröffne hat – der Kreis schließt sich!

00:06:51: Der erste Satz beginnt mit einer langsamen Einleitung und darin steckt ein verstecktes Zitat des Dresdner Armen Eine kurze feierliche Akkordformel, die der Dresdener Hofkomponiste Johann Gottlieb Naumann im achtzehn Jahrhundert für die katholische Kirchenliturgie schrieb.

00:07:07: Mendelssohn setzt dieses Motiv an den Beginn einer protestantischen Festinfo.

00:07:12: Klingt paradox, ja!

00:07:14: Aber genau das ist es was diese Einleitung so eigenartig geisterhaft macht in katholischer Klang als Schwelle zu einem lütterischem Werk.

00:07:29: Das Driesene Amen hat dann eine bemerkenswerte Karriere hingelegt.

00:07:33: Richard Wagner verwendete es als Gralsleitmotiv im Parcival Maler zitierte es im Schlüssel seiner Ersten und iste auch doch immer wieder ins Soundtracks auf.

00:07:41: Ohne ist zu wissen... hat Norman ein musikalisches Meme erfunden.

00:07:47: Der vierte Satz ist eine Koral-Variation über Lutters, Ein feste Burg ist unser Gott!

00:07:52: Aber Mendelssohn beginnt nicht mit dem vollen Orchester klang sondern ganz leise... ...mit einer einzigen Flöte.

00:08:01: Dann treten die anderen Holzbläser hinzu dann die Blechbläse bis am Ende das volle Orchester den Koral dreht Nicht Pomp von Anfang an Sondern ein langsames Erwachen.

00:08:10: Es spielt des Landen.

00:08:11: Symphony Orchestra unter Claudio Abardo Die Aufnahme meiner Kindheit.

00:09:24: Alex wollte dieses Werk verbrennen.

00:09:26: Fanny nannte es bei seinem richtigen Namen und ihr könnt es hören, gespielt vom RSB unter Heimat Martin am elften Juni um zwanzig Uhr im Konzert aus Berlin.

00:09:36: Bis zum nächsten Mal!

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