Simone Young dirigiert Dvorák und Korngold
Shownotes
Wer es üppig mag, der wird im Konzert am 30.05. glücklich werden. Simone Young führt das RSB durch Erich Wolfgang Korngolds cineastische Sinfonie in Fis-Dur, op.40. Und durch das wunderbare Violinkonzert von Antonin Dvorák. Christian Tetzlaff, der nun scheidende Artist in Residence der Konzertsaison 2025 /2026 hat sich dieses Werk zum Abschied gewünscht. Kat hat spannende Infos zu diesen Werken in dieser Episode als Vorbereitung auf das Konzert zusammengestellt.
30.05.2026 20 Uhr / Konzerthaus
Antonín Dvorák Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53
Erich Wolfgang Korngold Sinfonie Fis-Dur op. 40
Simone Young, Dirigentin Christian Tetzlaff, Violine Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Tickets ab 15 € unter rsb-online.de
Transkript anzeigen
00:00:01: Muss es sein?
00:00:04: Der Konzert-Podcast des RSB mit Katharina Neuschäfer.
00:00:09: Wer ist üppig mag, der wird in diesem Konzärtprogramm glücklich werden!
00:00:13: Simon Young führt das RSB durch Erich Wolfgang Korngold's cineastische Sinfonie in Fistur und durch das wunderbare Violinkonzert von Antonin Tvorschag.
00:00:23: Christian Tetzlaff, der nun scheidende Artist im Residenz der Konzernsaison Herzlich willkommen zu unserem Podcast, muss es sein.
00:00:37: Diese Folge wird unterstützt von der Berliner Morgenpost!
00:00:47: Ist das nicht wunderschön dieser Anfang vom Violin-Konzert?
00:00:51: Fünf tagte Orchester und schon ist das Soloinstrument da.
00:00:56: Dieser erste Einstieg der Geige, der muss auch gleich sitzen mit Krafteinsatz in der Bogenführung.
00:01:02: Das soll quasi gut durchblutet sein uns sehr körperlich.
00:01:08: Dieses Konzert Das ist kein virtuosenteil, das ist symphonisch gedacht.
00:01:13: Solist und Orchester sprechen miteinander.
00:01:15: Johannes Brahms hat das vorher auch schon so gemacht in seinem Videokonzert.
00:01:20: Und das war so erfolgreich dass der Verleger Fritz Simrock von Dvorak etwas ganz Ähnliches haben wollte.
00:01:27: Slawisch angehaucht, romantisch und technisch anspruchsvoll.
00:01:39: Simrock hat bekommen was er gewollt hat.
00:01:41: Dvorshak hat da gerade ohnehin seine islawische Periode, wo er sich stark mit der Folklore seiner Heimat auseinandersetzt.
00:01:48: Und was rauskommt ist so schöne Musik und natürlich auch noch ganz schön schwer!
00:01:53: Ich habe es vorher schon gesagt das ist richtig was zum Schuften Gewicht auf dem Bogen große Linien damit diese Musik trägt und atmet außerdem Doppelgriffe viele Akkorde wo man auch hinhört und vor allem die Geige kriegt nichts geschenkt.
00:02:08: Die muss sich richtig durchbeißen gegen das Orchester.
00:02:11: Vermutlich ist es auch das, was Josef Joachim stört.
00:02:16: Der deutsche Geiger Josef Yoachim ist einer der führenden Solisten seiner Zeit und an genau ihm schickt Dvořák die erste Fassung um sich beraten zu lassen.
00:02:26: Und Joachime?
00:02:27: Das ist die große Anekdote zu diesem Violin-Konzert.
00:02:31: Joach im sagt dvořak durch die wirklich ganz kleine Blume.
00:02:35: er soll das ganze doch einfach nochmal machen Der macht es tatsächlich noch mal.
00:02:42: Das alles kostet d'Warscha bis zur Uraufführung am vierzehnten Oktober, eighteenhundertdreiundachtzig ganze Vier Jahre!
00:02:53: Der erste Satz neigt sich dem Ende zu und wir erwarten jetzt bei einem Solo-Konzert schon irgendwie das die Greige nochmal zum Sprint ansetzt.
00:03:01: Man rechnet mit einer Kadenz Aber statt dessen kommt das hier eine der besten Stellen überhaupt.
00:03:09: Kein Protz kein Glitter ganz intime Kammermusik und der große Gag wir gleiten Ataka, also ohne Unterbrechung in den zweiten Satz.
00:03:36: Das ist ein Lied ohne Worte – ganz lange Melodielinien mit viel Atem!
00:03:41: Und der darf auch bitte nicht abreißen.
00:03:44: dieser Atem heißt für die Solo-Geige Die Bogenwechsel dürfen nicht zu hören sein.
00:03:50: das Thema dieses Adajo-Satzes wächst aus dem Orchestergewebe heraus.
00:03:54: es ist beinah so als würde die Geige nur plötzlich den Kopf anheben Und ihre Stimme steigt auf über den Fluss der anderen.
00:04:03: Dieser Satz ist das Herzstück des Konzerts und für mich gehört er mit zum schönsten des Repertoires.
00:04:09: Alles fließt, alles ist ruhig und harmonisch!
00:04:13: Und doch hat das Orchester immer noch sein ganz privates Eigenleben.
00:04:31: Hören wir mal in den dritten Satz rein.
00:04:35: Ganz schön hoch setzt die Geige ein – Mit einem Furiant.
00:04:39: Das ist ein böhmischer Volkstanz im Dreivierteltakt.
00:04:42: Mit diesem treibenden Rhythmus heizen sich Solist und Orchester gegenseitig an.
00:04:47: Wichtig vielleicht für die Orientierung, es gibt hier mehrere Abschnitte.
00:04:51: der Florian vom Anfang, der kommt immer wieder wie ein Refrain aber jedes Mal ein bisschen anders.
00:04:57: das ist ein Rondo-Prinzip.
00:04:59: unter Zwischen gibts dann Einschübe.
00:05:01: Hier kann die Geige alles geben.
00:05:08: Seid ihr bereit für noch einen absoluten Herzmoment?
00:05:11: Eine Dummkart bricht jetzt in die Tanzstimmung ein Eine schwermütige Volksmelodie.
00:05:17: Und sie verlangt dem Solisten oder der Solistin alles ab, was an Emotion da ist.
00:05:22: Wer das nicht fühlt kann das nicht spielen!
00:05:36: Zum Schluss baut sich ein wildes Finale auf – Ein stolzer und grandioser Abschluss.
00:05:47: Und jetzt kommt ein Trailer für das nächste Werk.
00:05:53: Wunderkind wird Komponist, sattelt um auf Filmmusik, gewinnt zwei Oscars, schreibt Musikverabenteuerfilme und verwendet dann diese Filmmusik wieder in einer klassischen Komposition, Trailerende.
00:06:07: Und schon sind wir bei Erich Wolfgang Korngold's Sinfonie in Fistur Opus Vierzig.
00:06:14: Ich liebe diese Sinfonien!
00:06:16: Weil sie wie ein Fabelwesen ist – wie eine Chimere Ein Geschöpf aus ganz unterschiedlichen Bestandteilen.
00:06:23: Sie steht einerseits in der Tradition der österreichischen Symphonik aller Brugner-und Maler Sie ist nach allen Regeln der Kunst komponiert.
00:06:32: reißt sie den Hörer mit in die Romantik der Mantel- und Degenfilme.
00:06:37: Oder anders gesagt, wie eine Musikvereinzahl trifft Popcorn – erster Satz!
00:06:58: Etwas rupig der Anfang in den Streichern... Und dann die Klarinette so ganz lürisch….
00:07:04: Ist das jetzt noch tonal?
00:07:07: Aber ja….
00:07:08: Wenn es auch ein atonales Gefühl macht liegt daran dass hier viele leere Quarten und Quinten geschichtet sind.
00:07:15: stellt euch einen Dreiklang vor, indem der mittlere Ton fehlt und schon klingt alles etwas unbestimmt.
00:07:22: Nicht du, nicht moll!
00:07:24: Das kommt häufig in Korne als Klangsprache vor.
00:07:33: Das ist so eine Art rhythmische Keimzelle aus der der ganze Satz entsteht dieser abgehackte nervöse Charakter vom Anfang, der isst die treibende Kraft.
00:07:42: also wir haben eine Tonart Fistur sechs Kreuze.
00:07:46: Die Tonart fistur gehört symbolisch in die überirdisches Fähre, weil die vielen Kreuze – also die Erhöhungen – ihr einen besonders klaren hellen leuchtenden Charakter geben.
00:08:11: Devor hat Korngold ja eben in den neunzenhundertvierziger Jahren in Hollywood Filmmusik gemacht.
00:08:17: und was ich jetzt total spannend finde wenn man das so anhört dann zwitscht man im Kopf gefühlt ständig durch irgendwelche Filmsequenzen.
00:08:26: Man hört einfach wie stark seine Tonsprache auch die Filmmusik lange nach ihm noch beeinflusst hat.
00:08:32: Das hier ist für mich zum Beispiel ganz klar Raumschiff!
00:08:46: Dieser erste Satz der folgt im Wesentlichen einen klassischen Bauplan, aber anhören tut er sich eigentlich wie die Musik zu einer dramatischen Handlung.
00:08:56: Umso spannender was Corn Gold jetzt im zweiten Satz macht.
00:08:59: von der Form her ist es ein Skerzung.
00:09:05: das ist so eine Art Tarantella also ein schneller Drehtanz wieder ganz schön abgehackt.
00:09:11: Diese Tarantella ist also der Rahmen und dazwischen wieder Filmab.
00:09:26: Wunderbar instrumentiert, der ganz große breite Klang!
00:09:30: Jetzt aber zum eigentlichen Zentrum dem dritten Satz – das ist jetzt ein Adagio.
00:09:44: Dunkel-und Träge fließt der Anfang dahin.
00:09:47: Dieser Satz blickt zurück auf Korngolds Zeit in Hollywood.
00:09:50: Zum Beispiel die Musik zum Film The Private Lives of Elizabeth and Essex geistert durch diesen Satz.
00:09:56: Wir tauchen ein in die Welt von Bette Davis und Errol Flynn.
00:10:00: Was ganz typisch ist, ist dieser heroische Gestus – und die nach wie vor unverkennbar spätromantische Gleichbräuche!
00:10:15: Das Finale ist wieder nach dem Rondo-Prinzip gebaut.
00:10:18: Insgesamt aber wird hier dauerhaft gesteigert bis hin zum Ende.
00:10:23: Diese Steigerung funktioniert indem immer mehr musikalische Elemente dazukommen.
00:10:29: Immer mehr Schichten Eine rhythmische Ebene, mehr Streicher in den Bläsern gibt's Bewegung.
00:10:34: Alles wird immer dichter und am Schluss steht ein Happy End!
00:10:38: Was bleibt?
00:10:40: nach so einem Konzert ist das Gefühl großartig und sehr wertvoll unterhalten worden zu sein.
00:10:46: In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Konzernabend.
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